Markfort/Diesch und Melzer/Dahnke konnten bei der 470er-Mixed-WM in Enoshima ihr Potenzial nicht abrufen. Für das deutsche Team sorgten Löffler/Hoerr mit WM-Silber für einen starken Abschluss.
Vom 10. bis 17. August 2026 fand im japanischen Enoshima, dem Austragungsort der Olympischen Spiele von Tokio 2021, die Weltmeisterschaft der 470er-Mixed statt. Das German Sailing Team war mit vier hochkarätigen Teams am Start. Für Anna Markfort und Simon Diesch (WYC), die bei der vergangenen WM Silber gewonnen hatten und zuletzt erneut mit starken Ergebnissen auf sich aufmerksam gemacht hatten, waren die Erwartungen entsprechend hoch. Auch Theres Dahnke (PWV) und Paco Melzer reisten mit Ambitionen aus LA direkt nach Japan.
Doch die ungewöhnlichen Bedingungen im ehemaligen Olympiarevier stellten die gesamte Flotte vor eine große Herausforderung. Bereits am ersten Wettfahrttag konnte wegen fehlenden Windes keine einzige Wettfahrt gestartet werden. In den folgenden Tagen sorgten leichte, stark drehende und schwer vorhersehbare Winde für wechselhafte Ergebnisse. Ein Taifun nördlich von Tokio hatte die Windverhältnisse zusätzlich beeinflusst. „Es dreht hier sehr. Es ist stark böig. In der Regel kann man nur sehr schwer vorhersehen, was als Nächstes passiert“, so Theresa Löffler (DTYC).
Für Anna Markfort und Simon Diesch verlief die WM entsprechend enttäuschend. Das Duo, das als amtierende Vizeweltmeister angereist war, konnte sein Potenzial in den schwierigen Bedingungen nicht abrufen und beendete die Weltmeisterschaft auf Rang 21. „Unser Ergebnis tut verdammt weh. Wir haben selbst noch keine klare Antwort darauf, woran es lag. Wir wissen, dass wir die Skills haben. Wir wissen, dass wir vorne mitfahren können und da hingehören. Aber dieses Mal haben wir es nicht auf den Kurs bringen können“, so die ehrliche Bilanz von Anna.
Auch Theres Dahnke und Paco Melzer konnten ihre zuletzt gezeigten starken Leistungen nicht bestätigen und belegten Rang 31. Dabei war das Duo zunächst hervorragend in die WM gestartet: Mit fünf Top-10-Platzierungen lagen sie zwischenzeitlich auf Rang 6 und gingen mit einer aussichtsreichen Position in die Finalserie. Ein Frühstart und ein anschließender Flautenabbruch warfen das Team jedoch entscheidend zurück. Malte Winkel und Bente Batzing belegten Rang 17 und verpassten damit ebenfalls den Einzug in das Medaillenfinale der Top 10.
Für das Highlight aus deutscher Sicht sorgten dagegen Theresa Löffler und Christopher Hoerr (DTYC). Als Vierte gingen sie in die beiden Medal Races und bewiesen dort Nervenstärke. Mit den Plätzen vier und zwei arbeiteten sie sich noch auf den Silberrang vor und sicherten sich damit ihre erste WM-Medaille. Weltmeister wurden die Briten Martin Wrigley und Bettine Harris, Bronze ging an die spanischen Titelverteidiger Jordi Xammar und Marta Cardona.
Für das deutsche 470er-Team war die WM ein Wettbewerb der Gegensätze: Während die schwierigen Bedingungen einige der favorisierten Crews ausbremsten, konnten Löffler/Hoerr ihre Chance nutzen und mit WM-Silber ein starkes Zeichen auf dem Weg zu den Olympischen Spielen 2028 setzen.
Ergebnisliste: https://2026worlds.470.org/en/default/races/race-resultsall
Alle Fotos: (C) Int 470 Class/Junichi Hirai








