Aufbruch in eine neue Offshore-Ära: OTG startet beim "The Ocean Race Europe"

© Felix Diemer / OTG

© Felix Diemer / OTG

Es war lange still um Deutschland im professionellen Hochsee-Segelsport: Fast 20 Jahre ist es her, dass die „Illbruck“ mit dem legendären Sieg beim Volvo Ocean Race für den letzten deutschen Triumph sorgte. Anschließend fehlten bis zu der vergangenen Vendée Globe die großen Schlagzeilen um schwarz-rot-goldene Offshore-Segelerfolge. Zeit, dass sich was dreht. 

Boris Herrmann hat mit seinem couragierten Auftritt bei der Vendée für Aufsehen gesorgt, und nun steht das nächste Highlight der Imoca-Szene an: Und das Offshore Team Germany (OTG) hat ein klares Ziel vor Augen. Im Herbst 2022 will die Mannschaft um Skipper Robert Stanjek und Phillip Kasüske zum „The Ocean Race“ ihre „Einstein“ ins Weltrennen schicken. Es wäre 20 Jahre nach dem „Illbruck“-Erfolg, dass sich wieder ein Team unter deutscher Flagge an dem Klassiker beteiligt. 

Die Corona-Pandemie ist schuld daran, dass das "The Ocean Race" nicht bereits in diesem Herbst an den Start geht. Zu unsicher waren in der Vorbereitung die Situationen in den verschiedenen Stätten des Weltrennens. Doch um den Mannschaften ein Betätigungsfeld zu geben, haben die Organisatoren ein neues Rennen aus der Taufe gehoben. Mit dem "The Ocean Race Europe" werden erstmals die Ocean-Race-Welt und die Imoca-Szene zusammenkommen.

Für das Offshore Team Germany ist es die Chance, sich in einem kleinen, aber feinen Imoca-Feld zu beweisen. Fünf Mannschaften aus den USA, Frankreich und Deutschland starteten mit dem Prolog am 28. Mai 2021 vor Lorient in das Drei-Etappen-Rennen durch den Atlantik und das Mittelmeer starten. Von Lorient führt der Weg nach Cascais/Portugal, weiter nach Alicante/Spanien und schließlich zum Finale nach Genua/Italien.

Die „Einstein“ tritt dabei als einziger Nicht-Foiler gegen ein Quartett modernster Imocas an. Doch die Streckenführung – vor allem im Mittelmeer – sorgt dafür, dass es auch ohne Flügel für die Crew mit Robert Stanjek und Phillip Kasüske, der britischen Offshore-Legende Annie Lush und dem Vendée-Shootingstar Benjamin Dutreux möglich sein sollte, für Achtungserfolge zu sorgen. „Ich bin froh, dass es uns gelungen ist, das Team so zusammenzustellen. Wir haben immer gesagt, dass wir die Kombination aus verschiedenen Schulen des Segelns zusammenbringen wollen: die Erfahrung von den Olympiaklassen, aus dem Ocean Race und von der Imoca-Klasse. Es ist der richtige Weg, das zeigt sich jetzt. Aus allen Bereichen kommt wichtiger Input“, sagt Robert Stanjek. Und Phillip Kasüske ist voller Ungeduld auf den Start: „Dem OTG-Prjekt gehört meine volle Aufmerksamkeit. Ich kann es kaum erwarten, dass das Rennen bald losgeht. Nach dem langen Winter will ich endlich voll durchstarten. Es ist cool, dass sich für mich beim OTG die Tür in den professionellen Segel-Circuit geöffnet hat. Aktuell ist das eine der ganz seltenen Gelegenheiten in Deutschland.“

Nach dem The Ocean Race Europe geht es für das Offshore Team Germany erst richtig los. Die aktuellen Renndaten und die Erkenntnisse aus der Vendée werden in die Entwicklung der OTG-Foils fließen, um dann mit dem modifizierten Imoca „Einstein“ in das Weltrennen im Herbst 2022 starten zu können.

Die Imoca-Teams für das "The Ocean Race Europe":

Offshore Team Germany (GER), 11th Hour Racing Team (USA), Corum L'Epargne (FRA), LinkedOut (FRA), Bureau Vallée (FRA) 

Daten des "The Ocean Race Europe" 2021:

28. Mai: Prolog, Tour de l’Ile de Groix
29. Mai: Start zur ersten Etappe, Lorient - Cascais
02. Juni: Erwartete Ankunft Cascais
05. Juni: Coastalrace, Mirpuri Foundation Sailing Trophy
06. Juni: Start zur zweiten Etappe, Cascais - Alicante
10. Juni: Erwartete Ankunft in Alicante
13. Juni: Start zur dritten Etappe: Alicante - Genua
16. Juni: Erwartete Ankunft in Genua
19. Juni: Coastalrace Genua

Text: Phillip Kasüske

Weitere Infos und die (Teil-)Ergebnisse finden Sie bitte HIER